„Große Kaufkraft“ in DAN sehr ungerecht verteilt

Nein, ich will DAN nicht schlecht reden. Wir wohnen in einem wunderbaren Landkreis. Allerdings hat der änderungswürdige Schwachstellen. Oft erscheinen ganzseitige Statistiken, die wenig aussagefähig sind und einen falschen Eindruck vermitteln.

Die Statistik des Instituts der dt. Wirtschaft (IW) wirft einen groben Blick auf bestimmte Kennzahlen in DAN. Ergebnis: Die Kaufkraft in DAN läge gut 10 % über dem Bundesdurchschnitt. Was aber völlig fehlt ist, wie diese Kaufkraft in der Bevölkerung real verteilt ist. Ohne so eine Betrachtung taugt eine Statistik nix. Aus meiner Sicht ist sie sogar fahrlässig, weil sie suggeriert, uns ginge es deutlich besser als dem Durchschnitt.

Die Realität erfrage ich regelmäßig bei der Landkreisverwaltung und Jobcenter etc. Aus den Antworten wird deutlich, dass die Verteilung der Kaufkraft so ist, dass ein immer unterschätzter Anteil der Menschen viel weniger Kaufkraft hat als der über alle Einkommen rasierte Mittelwert.
Meine Anfragen zur Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen förderte zutage, dass in DAN ca. 50% von ihnen Zuschuss berechtigt nach dem so genannten Teilhabepaket sind. Das sind Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Ein ähnlich Anfrage deckte auf, dass die Altersarmut real viel höher ist als propagierte Werte. Von ca. 2700 RentnerInnen, die berechtigt wären, Grundsicherung zu beantragen, machen das real nur um die 1000. Weil sie sich schämen wie Fachleute im Sozial-Ausschuss berichteten. Zum Anderen weil die gesetzgebenden Regierungen immer mehr Selbstbehalte kürzen und so genannte Vermögenswerte abknabbern. Die Kaufkraft derjenigen, die nicht einmal Grundsicherung beantragen, bewegt sich sehr wahrscheinlich unter 1000 € im Monat.
Es ließe sich fortsetzen: Die Arbeitslosenstatistik weist 1658 Personen aus in DAN, 7,1 %. Die so genannte Unterbeschäftigung liegt aber fast ein Viertel höher. Leider wird in den monatlichen Statistiken trotz meiner mehrfachen Bitten nicht dargestellt, dass nur eine Minderheit sich in Weiterbildung befindet. Die anderen werden so geschickt aus der Statistik entfernt. Sonst ginge die Arbeitslosenzahl nämlich wieder real in Richtung 9 %. Auch deren Kaufkraft ist mau.

Fazit: Solche groben Statistiken wie die des IW verzerren das Bild. Ohne eine ergänzende genauere Betrachtung der Teilbereiche und der realen Betroffenheit bewegt man sich im rosaroten Nebel.

„Können wir uns alles nicht mehr leisten,“ sagt unser Kanzler-Azubi in ihm vertrauter Blackrock-Manier. Doch, sage ich, wir müssen. So eine Regierung können wir uns nicht mehr leisten. Einnahme-Erzielung über gerechte Steuern und Systeme, wo alle einzahlen, ist möglich und nötig. Insbesondere für einen Zeitenwechsel z.B. im Bereich Bildung, präventiv und gerechter.
Übrigens: Der Mittelwert ist der dringend notwendigen Einsicht ihr Tod.

Kurt Herzog, SOLI-Kreistagsfraktions-Vorsitzender

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