Sozial-Oekologische-Liste Wendland
Anfrage Sozial-Ausschuss: Sparchdefizite bei Kindern
Hiermit stelle ich für die kommende Sitzung des Sozialausschusses folgende Anfrage: Sprachdefizite bei Kindern bei der Einschulung: Soziale Ursachen, Folgen und Handlungsmöglichkeiten?
Ein Datenrecherche von correctiv.lokal und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung kommt im Ergebnis zu erschreckenden Ergebnissen: Jeder 3. Junge und jedes vierte Mädchen haben bei der Einschulungs-Untersuchung Defizite in der Sprachentwicklung.
Dabei spielt die Herkunft eine wichtige Rolle. Experten führen das zu großen Teilen darauf zurück, wie Sprache in Familien angewendet wird und welche Rolle handys spielen. Fehlende Vorbildfunktonen von Vätern in Bezug auf Lesen u.ä. verstärken offenbar das Phänomen.
Ich frage deshalb:
1) Welche Ergebnisse ergaben die Schuleingangsuntersuchungen diesbezüglich in den Jahren 2019, 2023 und 2024 in DAN? (Bitte aufschlüsseln nach Jungen und Mädchen)?
2) In so genannten „bildungsfernen“ Familien liegt das Ergebnis mit 40% doppelt so hoch wie bei „bildungsnahen“ mit 18%. Welche Zahlen sind diesbezüglich in DAN festgestellt worden?
3) Wie werden Ergebnisse bei Kindern mit „Migrationshintergrund“ ermittelt? Wie lauten die Ergebnisse? Was wird getan, um bei diesen Kindern rechtzeitig (!) sprachliche und damit Entwicklungs-Benachteiligungen zu verringern?
4) Gibt es Erkenntnisse, warum Jungen mehr betroffen sind?
5) Gibt es Unterschiede, ob Kinder eine Kita besucht haben oder nicht?
6) Gibt es Maßnahmen, mit denen in Kitas früh diesem Trend begegnet wird? Welche sind das?
7) Welche weiteren Maßnahmen sieht die Kreisverwaltung als zielführend an?
8) Die Bundesregierung rechnet pro Schuljahr und Kind ca. 195 € im Durchschnitt für Schulmaterialien. Bisher zahlte die Kreisverwaltung dafür 100 € gemäß dem so genannten „Teilhabepaket“. Wie hoch ist die pro Jahr gezahlte Summe aktuell?
9) Was wird getan, um die doppelt so hohen Ausgaben für finanziell benachteiligte Familien zu ermöglichen und damit eine weitere soziale Benachteiligung zu verringern?
Kurt Herzog (SOLI), 24.7.25