Wir müssen auch anders!

Zeige mir dein Grundstück und ich weiß wie du tickst…ja, my home is my castle, da mache ich, was ich bin/will.

Erstaunlich:Über 20 Jahre versuchen wir, im Landkreis des Bioabfalls Herr zu werden. Besser gesagt des organischen Anteils in den grauen Restmülltonnen. Der betrug damals laut Untersuchung des beauftragten Instituts ca. 36 % und sollte massiv abgesenkt werden. Hat nicht gefruchtet, auch nicht das krampfhafte Festkrallen am uneffektiven Biotoni-Sytem. Denn: jetzt sind wir bei 39 %. Das zuständige Landesministerium fordert deshalb die Einführung einer Biotonne in DAN und kritisiert seit Jahren den hiesigen „Biotoni“.

Der werde gut angenommen in DAN fabuliert trotzdem wieder die ejz, obwohl Toni nur einige Kilos pro Jahr und Einwohner frißt. Dabei werden mit hohem Kostenaufwand immer neue Standorte eingeführt. Jetzt sogar auf dem Land, lediglich als Tonne mit einfacher Klappe. Mal sehen wie Waschbären, Ratten etc. das finden. Übrigens: alle Kosten quersubventioniert aus der Gebühr für die Restmülltonne. Ebenso wie Grüngutsammlung und Sperrmüll. Warum bloß nehmen das alle klaglos hin, die sich beim Umgang mit Müll besser verhalten?

Klimanotstand, was tun? Mal Biokartoffeln aus Ägypten kaufen oder Bionüsse aus der Türkei oder das Gewissen beruhigen mit Tulpen, Geranien, gefüllten Rosen und Dahlien im eigenen Garten? Die allerdings werden von Insekten gemieden. Dann aber mit dem SUV den Schnitt der Monokultur-Rasenwüste zur Grüngutsammelstelle karren und das Tütchen Biomüll zum teuren „Biotoni“.
Wir können auch anders: Lassen wir der Natur ihren Raum, lassen wir den Rasen sich zur Wiese aufwerten, mähen ihn selten (vielleicht sogar mit Sense?), lassen wir Strauchschnitt und Laub dort, wo sie anfallen (als Benjes-Hecke und Kleintieroase am toten Maschendrahtzaun aufgeschichtet). Tja und kompostieren wir! Lernen wir wieder zuhause am eigenen Kreislauf wie es auch im Großen funktionieren muss, um den Planeten zu „retten“. Weniger ist mehr. Fragen wir nicht, was kann der Staat….fangen wir selbst an, genießen das Stückchen angebliches Chaos (was sich Natur nennt), in unserm castle.

Ein neues Gesicht für unsere Grundstücke, warum nicht im nächsten Jahr schon. Vielleicht sind dann Schottergarten, Holzhackschnitzelbeete, ausufernde Pflasterflächen, „Weltraum“-Gasgrills nur noch Relikte im Familienalbum – o.k., I had a dream…

Hören wir auf, uns in die überquellenden Taschen zu lügen. Technik allein wird es nicht richten: Schön gerechnet und mit Kanonen auf Spatzen. Räumen wir lieber in unseren Köpfen auf. Und wenn Biotonne, dann mit Befreiungsmöglichkeit, weil ein Klima gerechtes Grundstück keine braucht, meint Ihr Don Quichotte…

Kurt Herzog, Dannenberg