SOLI: „Schutz vor Dioxin-Gefahren muss Vorrang haben“
Die SOLI-Kreistagsfraktion zeigt sich erfreut über die Bereitschaft des Nds. Umweltministeriums, (NMU) jetzt doch weitere Sedimentproben in öffentlich freigegebenen Uferbereichen an der Elbe vornehmen zu wollen. „Im zweiten Anlauf ist die eigentliche Problemlage dann doch in Form meiner Eingabe an die hiesige Kreisverwaltung ans NMU übermittelt worden,“ sagte Fraktionssprecher Kurt Herzog.
Aus der vorliegenden Datenlage sei deutlich geworden, dass im nahen Elbbereich auf einer Karte des NMU hohe Messwerte für Dioxin und PCB vermerkt waren. „Deshalb muss in Uferbereichen, wo Familien mit Kindern Erholung suchen, die Belastung mit diesen krebserregenden Stoffen genauer erfasst werden,“, so Herzog weiter. O-Ton des NMU in seiner 2. Antwort: „ Es wird deshalb vorgeschlagen, diese Wissenslücke, vor allem im Sinne der dort spielenden Kinder, mit zusätzlichen Untersuchungen zu schließen.“ Dafür solle es laut NMU ein Konzept geben mit standardisierten Verfahren. „Es ist auch richtig, dass das NMU jetzt für die Bewertung der Ergebnisse die „sensibelste Nutzung (Kinderspielflächen) heranziehen will.“ In einem Ortstermin sollen nun die Entnahmeorte festgelegt werden, „die regelmäßig durch die Bevölkerung und insbesondere Kinder genutzt werden.“
„So macht das Vorgehen jetzt Sinn. Allerdings muss dann noch entschieden werden, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um die die Uferbereiche nutzenden Menschen vor den Dioxin-Gefahren zu warnen. Die gemessenen Werte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit über den so genannten Maßnahmen-Werten liegen, aber selbst vor Werten, die nur in dieser Größenordnung liegen, muss öffentlich gewarnt werden, ein Grenzwert selbst ist kein Schutz“, so Herzog.
Er selbst findet auch Lösungsvorschläge bedenkenswert, die gezielt Areale vorsehen mit aufgeschüttetem unbedenklichem Sand. „Schließlich wird bei einer Vielzahl von Spielplätzen jährlich der Sand ausgetauscht.“ Dieses sei übrigens ein inoffizieller Vorschlag aus dem Landwirtschafts-Ministerium gewesen.