Jawoll, ich mach´s: Martin Donat (SOLI) kandidiert!

Ursprünglich hatte ich keine Ambitionen, noch einmal für das höchste politische Amt im Landkreis Lüchow-Dannenberg zu kandidieren. Ich bin aktuell mit meiner Lebens- und Arbeitssituation zufrieden, bei einem Träger, hinter dessen gemeinnützigen Zielen ich stehe, in einem hochprofessioll arbeitenden Team mit einer Arbeit, mit der der man nicht nur „keinen Schaden anrichtet“, wie es ein Freund einmal formulierte, sondern vielmehr marginalisierten Menschen in schwierigen und prekären Lebenssituationen zu ihrem Rechtsanspruch auf Rehabilitation, Arbeit und Teilhabe verhilft.

Zu unserer jetzigen Landrätin habe ich persönlich ein gutes Verhältnis, habe auch immer Unterstützung bei den aktuellen Atomfragen erfahren und fand überwiegend die richtigen Themen adressiert. Aber auch wenn in einer Demokratie immer temporäre Mehrheiten die Richtung bestimmen, halte ich nichts davon, das Fähnlein immer nur in den Wind zu hängen. Wer sich nur treiben lässt, muss sich nicht wundern, wenn er strandet. Eine Kreisverwaltung hat zwar die Aufgabe, politische Mehrheitsbeschlüsse umzusetzen, aber das Landratsamt muss auch in der Lage sein, die Mandatsträgerinnen mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren.

Dazu gehört, dass Ressourcen begrenzt sind und man jeden Euro nur einmal ausgeben kann, aber auch die Aufgabe, zukünftige Lasten vom Landkreis fern zu halten. Prioritäten des Verwaltungshandelns müssen sich an den Lebensrealitäten der Menschen im Landkreis orientieren und vorausschauend agieren. Dienst nach Vorschrift hilft da so wenig weiter, wie das Strecken nach schön klingenden Fördertöpfen. Gleichzeitig gibt es für die herausfordernde Zukunft auch keine Patentlösungen. Die multiplen Anforderungen des 21. Jahrhunderts können wir nur gemeinsam bewältigen. Das Potential für Lösungen ist in unserem Landkreis jedoch außerordentlich hoch.

Auch wenn das nicht mehr an erster Stelle im Bewußtsein vieler Menschen steht, werden die menschengemachte Klimakatastrophe, ihre Folgen und die unvermeidlichen Transformationsprozesse in Wirtschaft, Handwerk, Landwirtschaft und in den Privathaushalten unser zukünftiges Handeln bestimmen. Gleichzeitig dürfen diese Veränderungen nicht die soziale Ungleichheit unserer Gesellschaft verschärfen und Personen und Betriebe vor nicht zu bewältigende Aufgaben stellen. Eine funktionierende Demokratie ist eben nicht die Diktatur der Mehrheit. Sie muss auch Minderheiten schützen und auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein.

Die Verunsicherung von Menschen muss ernst genommen werden, wenn wir nicht noch mehr Mitmenschen an Populisten und totalitäres Gedankengut verlieren wollen. Einer ganzen Post- Corona- Generation sollten in unserem strukturschwachen, dünn besiedelten Landkreis analoge Angebote gemacht werden, weil immer noch viele ain digitalen Blasen gefangen sind. Dafür ist es aber erforderlich, dass sie respektvoll beteiligt werden und sich als selbstwirksam erleben. Diejenigen, die hier Basisarbeit verrichten, benötigen unsere Anerkennung und kollektive Unterstützung. Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden zwar in Zukunft eine große Rolle einnehmen, aber sie sind keinesfalls überzubewerten. Gegenüber den großen Tec-Konzernen sollten wir uns unsere eigene Urteilskraft bewahren.

Rezepte des vergangenen Jahrhunderts, persönliche Denkmäler und Gigantomanie helfen hier ebenso wenig weiter. Dem Landkreis mangelt es nicht an vierspurigen Autobahnen, wie Christian Carmienke meint. Es wäre schon viel gewonnen, wenn alle Landkreisstraßen ordentlich unterhalten und für die jeweilige Verkehrslast ausgelegt wären. Im Hinblick auf die Zukunft fossiler Brennstoffe ist es vielmehr angeraten, das Verkehrsaufkommen deutlich zu senken. Dafür ist es aber erforderlich, dass Menschen auch Wohnraum in der Nähe ihrer Arbeit und von Einkaufs- und Kinderbetreuungsmöglichkeiten finden und ich sehe hier das herausragenste Zukunftsproblem vieler Menschen.

Bei allen drängenden Alltagsproblemen bleibt unser Landkreis ein einzigartiger Landschafts- und Naturraum mit besonderer Artenvielfalt, der uns anvertraut ist, und mit dem wir in jeder Hinsicht behutsam umgehen müssen. Die Schönheit unseres Landkreises und seine Diversität sind auch eine besondere Ressourcen, um Menschen zum Zuzug zu bewegen und dem Fachkräftemangel abzuhelfen, sowie auch Qualitätsmerkmal einer Landwirtschaft, die diesen Kreis immer noch prägt.

Euer Martin Donat

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